22.06.2011

Die CDU kommt zu spät mit ihrer Reform

ÖDP-Landesvize Simon Gremmler

Die CDU rückt vom dreigliedrigen Schulsystem ab. Dieser Schritt kommt gerade in NRW, angesichts sinnloser Reformen der Rüttgers-Regierung innerhalb der Schulpolitik zu recht aber viel zu spät. Die Hauptschule ist gerade in den Großstädten immer mehr zu einer Problemschule geworden. Diese Entwicklung der vergangenen Jahre spitzt sich immer mehr zu. Der jetzige Schritt der CDU ist einer in die richtige Richtung, er hätte aber schon früher passieren müssen.
Die ÖDP tritt schon seit Mitte der 90iger Jahre für ein zweigliedriges System ein. Sie will eine berufsorientierte und eine hochschulorientierte Schule. Beides Schulsysteme sollen Übergänge zwischen den Schulformen anbieten und das Abitur ist zu dem in beiden Schulformen zu erreichen.
Mit dem Bildungsprogramm der ÖDP zur Landtagswahl 2010 war die ÖDP der CDU wieder einmal voraus. Es wäre schön, wenn die CDU öfter die Ideen so kopieren würde.

Kategorie: Schule, Jugend

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Vorhandene Kommentare

Seite 1

Jürgen Koll schrieb am 22.07.2011 12:14 answer

Richtig, fünf Schulformen ist in der Tat quatsch. Man hätte schon damals entweder ein reines Gesamtschulsystem einführen sollen oder das dreigliedrige System beibehalten sollen. Beides nebeneinander kann nur schwer funktionieren. Von mir aus kann man auch ein zweigliedriges System einführen. Dennoch sehe ich in dem "Schulfrieden" die Chance (was daraus wird, wird man sehen), dass man sich jetzt auf die Probleme in den Schulen konzentrieren kann. Die Form wird es nicht richten, der Inhalt muss stimmen. Die ÖDP will die Wurzeln der Probleme ergründen und da ansetzen, nicht an Symptomen. Die Schulform ist meiner Meinung nach nicht die Wurzel der Probleme. Die Durchsetzung der Familienpolitik der ÖDP würde für die Bildung wahrscheinlich mehr bringen als eine Strukturreform.

Gremmler schrieb am 22.07.2011 00:13 answer

Der "Friedensschluß" von SPD, CDU und Grüne ist kein Gewinn, sodern eine Verschlechterung. In NRW ist die Schullandschaft mit vier Schulformen (neben Privatschulen) schon extrem verschachtelt. Dass es nun fünf Schulformen geben wird ist weder für die Bildung noch für die Kinder eine Verbesserung.

Die Tatsache, dass über 12 Jahre hinweg nun offiziell (außer es gibt Koalitonen, die nicht die beiden großen Parteien und die Grünen umfassen), ein Schulformdiscounter etabliert werden soll, ist peinlich und schlecht.

Die Bildung in NRW braucht Reformen, GERADE bei der Form, aber mit noch einer weiteren Möglichkeit, wird das System nur weiter aufgebläht, denn nun gibt es mehr Schulsysteme als Haarfarben.

Jürgen Koll schrieb am 21.07.2011 18:45 answer

Das Beste am „Schulfrieden“ ist, dass jetzt erst einmal Schluss ist mit der leidigen Schulsystemdiskussion. Die Frage des Schulsystems ist meiner Meinung nach dritt- oder viertrangig. Dass sowohl bei einem Gesamtschulsystem als auch im dreigliedrigen Schulsystem gute Ergebnisse erzielt werden können, ist erwiesen. Für den Schulerfolg sind andere Faktoren viel wichtiger. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre der ÖP 147 (Ware Bildung von Petra Franek, Die „Bildungsoffensive“ - Ausweg oder Flop? von Dr. Johannes Resch) und ÖP 148 (Das Geheimnis erfolgreicher Bildung von Susanne Wiegel). Die Frage des Schulsystems ist vor allem eine ideologische. Auch die ÖDP ist hinsichtlich dieser Frage gespalten. Das Problem ist ja leider nicht mit der Abschaffung der Hauptschulen (die in NRW auch nicht abgeschafft werden) erledigt. Die Kinder, die Hauptschulen besuchen würden, bleiben uns erhalten. Manche Gesamtschule in NRW ist nichts anderes als eine Hauptschule. Und einige Gesamtschulen – vor allem in Großstädten – sind auch Problemschulen. Da wird auch die neue Sekundarschule nicht viel helfen. Ein Schulkonzept ist schnell getippt und hört sich gut an. Die Schulwirklichkeit ist dann aber oft ganz anders. Ich persönlich würde entweder ein reines dreigliedriges Schulsystem ODER ein reines Gesamtschulsystem bevorzugen. Aber auch hier gilt: Das Schulsystem ist nicht entscheidend!

Marco Schöler schrieb am 07.07.2011 17:10 answer

Die Hauptschule ist keine schlechte Schule.Sie ist nur zu dieser

gemacht worden. Erstens, von der Wirtschaft, die ihre Azubis

größtenteils nur oben abnimmt und von Hauptschülerinnen und

Schülern schon das abverlangt, was Gymnasiasten und Studen-

ten beherrschen sollten und somit klar macht, mit Hauptschul-

abschluß kannst du nichts werden.Obwohl sich bei vielen Haupt-

schülern erst in der praktischen Ausbildung zeigt, was wirklich in

ihnen steckt. Zweitens, gestiegene, immer spezialisierter Anfor-

derungen, wohingegen die Grundkenntnisse immer stärker leider

und z.B. ohne Taschenrechner überhaupt nichts mehr funktioniert.Der Mensch ist jedoch nicht intelligenter als vor 40

Jahren.Drittens, Angebertum der Eltern (mein Kind kommt nicht

auf die Hauptschule) egal ob es höhere Schulen schaffen kann

oder nicht. Das Kind muß dann wieder die Schule wechseln.

Eine De- Motivation für das Kind und auch wenn man es so

nimmt auch eine Erniedrigung, die die Eltern zu verantworten ha-

ben. Das "ich will nur das Beste für mein Kind" bedeutet nicht

das Kind auf eine nur augenscheinlich bessere, weil höher

gestufte Schulform zu schicken.

Das neue zweigliedrige Schulystem muß nun beweisen, ob es

es schafft auch die Schwachen und Schwächsten ausreichend

zuu vertreten.Ich persönlich habe leider die Befürchtung, daß

auch dort ihnen nicht viel Gutes zukommen wird. Was wir daher erhalten werden ist eine Marktlücke für eine gut geführte

Privat - Hauptschule.

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