24.12.2010

Entschleunigung

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Landesgeschäftsführerin Sieglinde Kersting

Schnee und Eis haben NRW fest im Griff.

Seit ein paar Tagen kann ich nicht mehr mit dem Fahrrad ins Büro fahren.
Ich nehme lieber den Bus. Nach Arbeitsende gehe ich über die so genannte Promenade, die frühere Stadtmauer und dem heutigen Grüngürtel um Münster, nach Hause.
Eine halbe Stunde nehme ich mir Zeit.

Zeit um die Natur zu bewundern oder Zeit meine Gedanken schweifen zu lassen.

Seit Tagen beschäftigt mich der Begriff „Entschleunigung“.

Hektik und Schnelligkeit bestimmen unseren Alltag.

Auf dem Weg nach Hause, auf der Promenade, entschleunige ich
…zwangsweise…oder doch bewusst…ich könnte auch den Bus nehmen.
Sollten wir die  Z e i t  nicht nutzen?
E n t s c h l e u n i g e n?   B e w u s s t  v e r z i c h t e n!

Auf Konsum, auf Karriere, auf Profit?
Vielleicht ein Geschenk weniger, eine fette Gans weniger, ein Glas Wein weniger…
Mit der Wachstums-Ideologie der führenden Politiker sind wir immer öfter der „Beschleunigung“ ausgeliefert.
Wir müssen schneller, reicher und größer werden, mehr besitzen, mehr erleben!

Mehr Zinsen, mehr Reichtum,

Wir müssen die Wirtschaft ankurbeln, wir müssen als Bürger kaufen, wir müssen funktionieren.


Dem steht die Steuerreform für Arbeit und Umwelt der ÖDP entgegen.
Sparsamkeit, Dezentralität und Eigenverantwortung sind Organisationsprinzipien der Ökologisch Sozialen Marktwirtschaft. Ökologisches Denken im wirtschaftlichen Bereich beginnt bereits bei der Definition von Begriffen.
Wirtschaftswachstum, das auf Kosten von Mensch und Natur stattfindet, hat nichts mit „positiv“, „optimistisch“ oder „Aufschwung“ zu tun. Fortschritt im ökologischen Sinne ist die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Technologien, die gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen bringen und die Zukunft sichern.
Ebenso müssen die Begriffe „Wettbewerbsfähigkeit“ bzw. „Konkurrenzfähigkeit“ neu definiert werden.
In Zukunft müssen solche Produkte und Verfahren konkurrenzfähig sein. Sie sollten möglichst wenig Energie und Rohstoffe verbrauchen, Arbeitsplätze sichern und die Umwelt möglichst nicht belasten.
Weiter lesen…
www.oedp.de/files/pdf/programme/BundespolitischesProgramm.pdf (I 5.1))

Weniger ist oft mehr.
In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen besinnliche Weihnachten und einen guten Start für das Jahr 2011.


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Kommentare (3)Kommentieren

Vorhandene Kommentare

Seite 1

ÖDP NRW schrieb am 13.06.2011 01:01 answer

Die ÖDP ist eine der wenigen Parteien, die wirklich etwas bewirkt und nicht nur Meinungen herausposaunt. Die Kritik, dass es falsch ist mit den bisherigen Erfolgen zu werben, ist daher unverständlich.

 

Die ÖDP braucht vor allem Personen, die sich zu ihrer Idee bekennen und dafür kämpfen. Dann kann sie werben und etwas erreichen.

Manuel Dekielinski schrieb am 11.06.2011 00:52 answer

Die Worte von Frau Kersting kann ich nur unterschreiben. Ich glaube, dass sie damit vielen Menschen aus der Seele spricht. Dennoch frage ich mich auch hier wieder: Wieso wird damit nicht geworben? Das würde so viele Menschen erreichen und emotional mitnehmen... Stattdessen werden Flyer gedruckt, auf denen der Erfolg des Nichtrauchervolksbegehrens oder die Auflösung des Bayerischen Senats gefeiert wird (bei gefühlten 50% Rauchern in der Bevölkerung und ca. 1/16 Bayern... :-/ ). Manchmal habe ich das Gefühl, die ÖDP ist es selbst Schuld, dass sie nicht mehr Stimmen bekommt (nicht böse gemeint :-) ). :-(

Arno Kohlert schrieb am 28.12.2010 12:54 answer

Was wir brauchen ist die Abkehr von der Wachstumsideologie, also Entschleunigung, schrumpfen.

Hätten wir die Wachstunsrate der 1960 er Jahre beibehalten (5%), dann hätten wir heute einen Faktor 11 im Wachstum erreicht.

Selbst bei einem Prozent pro Jahr ergäbe sich in 100 Jahren ein Faktor von etwa 2,7 aber in 500 Jahren 140 mal soviel Produktion und Konsum. Trotzdem wird weiterhin Wachstum gepredigt.

In Heft 121-122 der Zeitschrift "politische ökologie" finden sich hierzu interessante Beiträge.

U.a. schribet Michael Müller (SPD) auf die Frage: Wie macht Ihnen schrumpfen Spaß ?:

"Spaß macht, wenn die Atomwirtschaft schrumpft, wenn die industrielle Landwirtschaft schrumpft, wenn der inhaltsleere Anteil von RTL, Sat 1 und Co schrumpft, wenn die Heuschrecken schrumpfen, wenn Wolfgang Clement schrumpft. Das wichtigste ist aber, dass die Dummheit schrumpft, damit endlich die Fragen debattiert werden, die nicht länger tabuisiert werden dürfen, wie das Megathema Wachstum".

Dem kann ich mich anschließen und hoffe, dass die Wachstumsparteien schrumpfen, die ÖDP zunimmt, an Mitgliedern, an Akrivitäten, an Menschlichkeit an Weisheit und Zuversicht und das wir ein Licht in die Dunkelheit stellen und das neue Jahr für uns alle ein "Jahr des Heils 2011" wird.

Das wünsche ich allen Mitgliedern und Freunden der ÖDP.

Arno Kohlert

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