Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

Heute ist IDAHOBIT-Day!

Ein KLARtext von Rita Nowak, NRW-Landesvorsitzende

Liebe Menschen!

Heute ist der 17. Mai. Vielleicht ein Tag wie jeder andere? Nein, denn heute ist der IDAHOBIT.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (kurz IDAHOBIT) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai von Homosexuellen, später auch Trans-, Bi- und Intersexuellen, als wichtiger Tag begangen. Durch Aktionen, mediale Aufmerksamkeit und Lobbyarbeit wird auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen.

Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität als Krankheit zu streichen. Transsexualität wurde erst 2018 mit dem Erscheinen der ICD-11 von der WHO als „Krankheit“ gestrichen.

In Deutschland ist das noch nicht umgesetzt. Vielleicht geschieht das 2027, so die Planung!

Einige Städte und auch Länder sind schon weiter als der Bund. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat erst in diesem Jahr das Hissen der Regenbogenfahne vor Dienstgebäuden des Bundes genehmigt. Sie twitterte dazu: „Wir sind ein modernes und vielfältiges Land. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir das auch als staatliche Institutionen deutlicher zeigen. Wir wollen, dass die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität in allen gesellschaftlichen Bereichen ein Ende hat.“

Als NRW-Landesvorsitzende der ÖDP finde ich diese Sätze wichtig.

In einem Verwaltungsgerichtsverfahren in Sachsen wurde entschieden, dass mit dem Hissen der Regenbogenfahne nicht der Schutzbereich der Ehe und Familie nach Art. 6 Grundgesetz  angegriffen werde. Die dazu geäußerte Meinung des Antragstellers übernahm das Verwaltungsgericht ausdrücklich nicht. Die Regenbogenfahne stehe nach dem derzeitigen gesellschaftlichen Verständnis vielmehr für Vielfalt und Toleranz. Die gezielte Abschaffung der heterogenen Ehe werde damit gemeinhin nicht verbunden. Die Fahne stelle zudem ein überparteiliches Symbol dar, dessen Aussage – Toleranz und Vielfalt – keiner bestimmten Partei exklusiv zugeordnet werden könne und offensichtlich mit der Verfassung vereinbar sei.

In den Medien und auch in der Öffentlichkeit sehen wir die Fahne der Ukraine, wo zurzeit ein Angriffskrieg mit viel Leid, Tod und Zerstörung stattfindet. Und jetzt erklären wir, allerdings nicht ernst gemeint (!), warum dieser Krieg "sein muss": Es gibt seitens der Russisch-Orthodoxen kirchliche und damit göttliche Unterstützung!

Es ist also, wie bei Kyrill I. üblich, einmal mehr der Verlust der alten Werte, der zu dieser „Krise“ geführt hat, denn die moderne Gesellschaft sei von exzessivem Konsum und der irregeleiteten Freiheit geprägt. Dabei denkt der Patriarch nicht etwa an die Milliardäre und Millionäre aus dem Putin-Freundeskreis..

Nein, es seien ausgerechnet die Homosexuellen, die ihre Gesetze auch in Russland durchsetzen wollen. "Aber diese Leute sind Sünder, sie leben in der Sünde, die von Gottes Gesetz verurteilt wird. Die Homosexuellen wollen mit Gewalt den Russen die Leugnung Gottes und seiner Wahrheit aufzwingen", so wörtlich der Patriarch. Die "Krise" (also de facto der Vernichtungskrieg Putins gegen die Ukraine) habe diese metaphysischen – moralischen Ursachen. Bekanntlich hat Putin in bestem Einvernehmen mit Kyrill bei der Revision der russischen Verfassung im Jahr 2021 die Ehe als ausschließliche Sache der Heterosexuellen definiert, die homosexuelle "Propaganda" für eine "Ehe für alle" wird auch von Putin verurteilt. Er tut so, als sei er ein guter orthodoxer Christ, schließlich wurde er schon als Kind in Leningrad heimlich getauft, behauptet er.

Ähnlich äußern sich auch andere, meist fundamentalistische Christen. Christen, die Nächstenliebe propagieren!

Wir lassen uns aber nicht abschrecken in dem Bemühen eine tolerante und vielfältige Gesellschaft zu schaffen. Und dazu gehört eben dieser Tag und als besonderes Zeichen – das Hissen der Regenbogenfahne!
 

Rita Magdalena Nowak,
NRW-Landesvorsitzende

 

Zurück