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Jährlich ca. 1.500 Asbest-Tote in Deutschland

Asbest-Krise noch nicht vorbei -

Gefahren werden weitgehend verdrängt

 

(Münster/Düsseldorf) – Seit Jahrzehnten verboten, aber immer noch tödlich: Asbest. Der Landesvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen macht auf die permanente Gefahr durch Asbest aufmerksam. Gerade da dieses Risiko schnell in Vergessenheit gerät, entfaltet es immer noch seine tödlichen Folgen.

Über 100.000 Menschen in Deutschland sind bei der Arbeit immer noch den tödlichen Gefahren von Asbest ausgesetzt. 1.500 Deutsche bezahlen den Einsatz von Asbest heute noch jährlich mit dem Leben, so die Zahlen des Nationalen Asbest Profils Deutschland. Dabei ist die Faser seit Jahrzehnten verboten.

Asbest ist ein Musterbeispiel für die Langzeitfolgen schädlicher Stoffe, die viel zu spät aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Gefahren von Asbest waren längst bekannt, als die ersten Schritte eingeleitet wurden. Wirtschaftliche Profitinteressen standen viele Jahre in der Priorität vor der Sicherung von Leben und Gesundheit der Menschen. Noch heute rächt sich diese Verzögerungstaktik der Verantwortlichen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) geht davon aus, dass immer noch über 37 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut sind. Beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann dann Asbest freigesetzt werden. Insbesondere in verdeckten asbesthaltigen Materialien lauert Krankheit und Tod. So werden Arbeiten an asbesthaltigen Spachtelmassen, Fliesenklebern und Putzen mitunter ohne entsprechende Schutzmaßnahmen durchgeführt. Das Ergebnis: Leid und Tot der Menschen, aber auch immense finanzielle Folgen für die Allgemeinheit.

In den Jahren 1990 bis 2016 wurden ca. 8,3 Milliarden Euro für die medizinische Versorgung und Rentenzahlungen für Asbestkranke und deren Angehörige ausgegeben. Das sind Kosten, die durch den privatwirtschaftlichen Einsatz der Faser verursacht wurden, die jetzt aber die Allgemeinheit zu tragen hat.

Nach Schätzungen des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) ist ein Viertel aller vor 1993 errichteten Gebäude Asbest verseucht. Derzeit nimmt aber die Sensibilisierung vor allem der jungen Beschäftigten für die Gefahren von Asbest ab. Wird ohne spezielle Fachkenntnis an diese Materialien herangangen, besteht ein hohes Risiko.

So setzt selbst ein winziges Bohrloch Millionen mikroskopisch kleiner Fasern frei. Über die Atemluft geraten diese dann in die Lunge, reichern sich dort an und lassen das Gewebe vernarben (Asbestose). Weitere hierdurch verursache Asbest-Erkrankungen sind Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Mesotheliom (Tumor) des Rippenfells, Bauchfells oder Herzbeutels und Eierstockkrebs.

Das Risiko liegt jedoch nicht nur in Altbeständen. Auch durch illegale Importe gerät asbesthaltiges Material wieder auf den deutschen Markt. Wie können die Risiken vermindert werden? Dem Arbeitgeber kommt hier eine besondere Fürsorgepflicht für die Beschäftigten zu. So hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (BAG-Urteil vom 28.4.2011, 8 AZR 769/09), dass der Einsatz von nicht ausreichend unterrichtetem Personal die Haftung des Arbeitgebers auslöst.

Aber auch staatliche Stellen sind in der Pflicht: Asbest gerät in Vergessenheit, obwohl von Asbest immer noch eine erhebliche Bedrohung ausgeht. Hier ist vor allem das Kulturministerium in NRW gefordert, die entsprechenden Informationen an die jungen Menschen heranzutragen. Dies darf nicht nur auf entsprechende Ausbildungsberufe beschränkt werden. Auch für „Heimwerker“ besteht eine erhebliche Gesundheits- und Lebensgefahr. Daher gehört die Warnung vor den Gefahren von Asbest in alle Lehrpläne.

Von den Bundes- und Landesbehörden fordert die ÖDP NRW, den illegalen Import von asbesthaltigen Materialien sofort und nachhaltig zu unterbinden. Von diesen Importen geht eine erhebliche Langzeitgefahr aus. Daher ist hier ein entschlossenes Eingreifen erforderlich. Insgesamt ist für die ÖDP NRW die Geschichte des Asbests ein Musterbeispiel, wie durch Herunterspielen und Verleugnen von Risiken als gefährlich erkannter Stoffe ein jahrzehntelanges Gesundheitsrisiko für Menschen verursacht wird. Und es ist ein Beispiel dafür, wie Menschen, die zum Zeitpunkt des Einsatzes solcher Stoffe noch gar nicht geboren sind, dann durch diese zu Tode kommen.

 

(Bildquelle: Pixabay_Clker-Free-Vector-Images)


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