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KLARtext zur Loveparade Duisburg 2010 bis 2015

Ermittlungen müssen zur Anklage führen!


Die Ermittlungen dauern an und es sei frühestens in 2015 mit einer Anklage zu rechnen. Derzeit laufen gegen mind. 10 Mitarbeiter der Stadt Duisburg Verfahren, doch Polizisten seien nicht angeklagt, so die Presse in den heutigen Tagen – vier Jahre nach der Katastrophe mit 21 Toten und über 500 Verletzten.

Die Ursache des Unglücks sei eine Massenpanik gewesen, so von offizieller Seite seit dem 24. Juli 2010. Doch ich meine, die Menschenmasse stand unter enormem Druck und haben sich den Umständen nach noch recht diszipliniert verhalten, denn man habe versucht Rücksicht zu nehmen und trotz der Enge auf seinen Nächsten geachtet. Wie mir mein Stiefsohn berichtete, der mitten in dem Dilemma steckte, habe er selbst einer jungen Frau, die fast erdrückt wurde, geholfen Luft zu holen, so dass sie nicht auf den Boden sackte. Also: von Panik kann keine Rede sein, vielleicht von verschiedentlich panischen Reaktionen. Mehr als das was die Menschen dort für sich und andere getan haben war nicht möglich. Das gleiche galt für die Einsatzkräft von Sanitätern und Polizei. Das Problem in dem Tumult war die extreme Enge, in der man kaum Sauerstoff bekam, sowie die Bewegungen der Menschenmenge, die wie eine Welle immer wieder hin und her „schwappte“. Diese Welle ebbte erst ab, als der Druck von hinten nachließ; wohl durch konzentrierte Arbeit von Polizei- und Ordnungskräften im hinteren Bereich. Wer in der Menge jedoch strauchelte oder aus Atemnot keine Luft mehr bekam, hatte kaum eine Chance, denn gestürzten Personen konnte nicht mehr geholfen werden, wollte man sich nicht selbst in Gefahr begeben, in Grund und Boden getrampelt zu werden.

Heute wie damals ist die Schuldzuweisung sicherlich mühsam. Das haben die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft gezeigt. Es ist nur zu wünschen, dass die Schuldigen ihre gerechte Strafe bekommen, allein schon den Angehörigen zuliebe. Was aber nicht zu verstehen ist – wie so oft: die Kleinen fängt man – die Großen lässt man laufen.
Alfred Sauerland, damaliger Oberbürgermeister von Duisburg hat in der Vorplanung alle Bedenken von Polizei und Ordnungsamt aus seiner eigenen Stadtverwaltung in den Wind geschlagen. Sogar eine Amtsleiterin, die die Zulassung kritisierte stellte er aufs Abstellgleis. Die Behörden (Polizei und Ordnungsdienst) haben bei ihrem Einsatz sicher das Menschenmöglichste gemacht, doch es hätte erst gar nicht zu der Veranstaltung kommen dürfen, wie div. Gutachten heute belegen. Die Polizei hatte vorher ausdrücklich gewarnt, doch sie ist nicht originär zuständig bei solchen Veranstaltungen, und konnte daher die Loveparade nicht verbieten. Für die Zulassung war das Ordnungsamt zuständig, und damit die Stadt Duisburg und mit ihr der damalige Oberbürgermeister Sauerland, der damit politisch wie strafrechtlich verantwortlich war.
So gehört er als Hauptverantwortlicher und als Erster auf die Anklagebank. Und das ist bis heute nicht geschehen. Die Enttäuschung der Angehörigen, wie auch das Unverständnis der Öffentlichkeit ist da sehr gut nachzuvollziehen.


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