20.11.2017

Ausgedieselt?

E-mobilität mit Batterien und Brennstoffzellen als Alternative zu Verbrennungsmotoren

Der gebürtige Lüdenscheider, Prof. Dr. Thomas von Unwerth, sprach zu diesem Thema am 17. November in Lüdenscheid auf Einladung der Ökologisch-Demokratischen Partei, ÖDP, Kreisverband Märkischer Kreis.
Prof. Dr.-Ing. Thomas von Unwerth leitet seit 2010 die Professur Alternative Fahrzeugantriebe an der Fakultät Maschinenbau der Technischen Universität Chemnitz.
 
In seinem vorwiegend technisch fundierten Referat entwickelt Prof. Dr. von Unwerth in einem hervorragenden, auch für Laien verständlichen Vortrag alternative Fahrzeugantriebe der Zukunft.
Ausgehend von einer Bestandsaufnahme von z. Zt. weltweit ca. 1, 4 Milliarden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren erläutert der Referent, dass in Zukunft von einem Fahrzeugbestand von ca. 2,5 Milliarden Fahrzeugen auszugehen ist. Vorausgesetzt, dass das derzeitige Mobilitätsverhalten beibehalten wird.
Durch umfangreiches Bildmaterial hinterlegt, prognostiziert der Referent den Fahrzeugantrieb mit Verbrennungsmotor als Auslaufmodell. Insbesondere die Ressourcenverknappung und die steigende Umweltbelastung durch Schadstoffemissionen von Verbrennungsmotoren wird vor allem in Städten und Ballungszentren zunehmend zum Problem und treibt die Automobilhersteller zu neuen, sauberen Antriebslösungen. Detailreich illustriert Prof. Dr. von Unwerth unterschiedliche Vergleichs- und Bezugs-Größen von verbrennungs-, batterieelektrischen-, wasserstoff- und brennstoffzellen - Antrieben. Als zielführende Option wird aktuell die Elektromobilität erkannt, die in unterschiedlichen Ausprägungen in neuen Fahrzeuggenerationen bereits umgesetzt wird. Dabei sind batterieelektrische Antriebe und solche mit Wasserstoff und Brennstoffzellen mögliche Optionen und zeigen unter Berücksichtigung von u. a. Infrastruktur und Energiedichte gravierende Unterschiede. An der Gegenüberstellung der verschiedenen Technologien zeigt der Referent erkennbar die Vor- und Nachteile. Als vielversprechende Zukunfts-Technologie erscheinen Brennstoffzellen-Antriebe. Es gibt deutliche Anhaltspunkte, wann und ob ein schlagartiger oder ein sich ausschleichender Wandel vom Verbrennungsmotor zu neuen Antriebsarten erfolgen kann.
 
Nach dem etwa 1  1/2 stündigen Vortrag kommt zwischen den ca. 50 Besuchern und dem Referenten eine engagiert-angeregte  Diskussion in Gang. Dabei kommen überwiegend nicht-technische Aspekte zur Sprache, z. B. die Problematik des
ausufernden Individualverkehrs, Ressourcenverbrauch, C02 Emissionen bei der Produktion hoher Stückzahlen unterschiedlicher Komponenten. Und auch die Frage, welche Antwort die Politik gibt. An der Stelle ist die Position der ÖDP betont worden, nämlich, dass die ÖDP den Stop des massenhaften Individualverkehrs fordert.

 

(Bildrechte liegen bei Christina Gregoire, die uns freundlicherweise die Verwendung gestattet)


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