Faire Kitas, Faire Schulen und Globales Lernen in Kempen

Antrag des fraktionslosen Ratsherren Jeyaratnam Caniceus (ÖDP)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Rübo,

als Mitglied im Rat der Stadt Kempen stelle ich zur öffentlichen Sitzung des Rates am 10.03.2020 oder zum nächstmöglichen Gremium folgenden Antrag:

Antrag:

Der Rat der Stadt Kempen beauftragt die Verwaltung, Kempener Kitas bei der Zertifizierung von „Faire Kitas“ in Kempen zu unterschützen. Auch in Kempener Schulen sollen künftig möglich fair gehandelte Erzeugnisse benutzt werden.

Sachdarstellung:

Die Mehrkosten für die Stadt Kempen und für die weitere Träger der Einrichtungen sind überschaubar, die mögliche Bewusstseinsbildung bei den Kindern und Jugendlichen dagegen in Zukunft unbezahlbar Eine „Faire Kita“ ist eine Kita, in der faire Beschaffung und fairer Handel zum Alltag der Kinder gehört. Die Vielfalt der Welt wird durch diese Thematik mit allen Sinnen erfahrbar. Es hilft Kindern in der Kita, die Welt als eine Welt zu verstehen. Das Projekt orientiert sich am Leitbild einer zukunftsfähigen Entwicklung, wie sie in der Agenda 21 gefordert wird. Es spürt die Verflechtungen zwischen lokaler und globaler Ebene auf und setzt sich mit globalen gesellschaftlichen Ungleichheiten auseinander.

„Faire Kita“ ist eine Antwort auf die Globalisierung und den damit verbundenen Risiken. Fühlen, Denken, Urteilen und Handeln, Identität und Weltsicht sind wichtige Lernfelder. Der faire Handel bietet sehr viel Potential als Einstieg in die Themenwelt von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und globalem Lernen. Durch die Verwendung von fairen Produkten in den Einrichtungen übernehmen Kitaleitungen, ErzieherInnen und Eltern Verantwortung für einen fairen und nachhaltigen Konsum. Kinder lernen in einer „Fairen Kita“ Zusammenhänge kennen, die ihr Weltverstehen und ihr Gerechtigkeitsempfinden schärfen. Sie lernen, mit Vielfalt respektvoll umzugehen und werden vorbereitet für ein Leben in der globalisierten Welt.

Nur wenn zukünftige Generationen für diese Inhalte sensibilisiert werden, kann das Konzept nachhaltigen Lebens und Handelns in den Mittelpunkt der Gesellschaft getragen werden. Das Projekt „Faire Kita“ ist ein Angebot des Netzwerks „Faire Metropole Ruhr“. Seit 2016 ist es Kitas in allen Bundesländern möglich, sich für ihr Engagement bei der Umsetzung von Themen des globalen Lernens und dem fairen Handel auszeichnen zu lassen. Mit der Förderung des Projektes 2019/2020 wird die faire Beschaffung als Möglichkeit, konkret entwicklungspolitisch zu handeln in den Fokus gerückt.

Das Projekt „Faire Kita“ ist ein Angebot des Netzwerks Faire Metropole Ruhr, getragen vom Informationszentrum „3. Welt Dortmund e.V.“ und ist unterteilt in zwei Bausteine:

1. Faire Beschaffung in der Kita stärken wird gefördert durch „Engagement Global“ mit ihrer Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ im Auftrag des BMZ.

2. Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kitas stärken wird gefördert von Brot für die Welt und Misereor.

Erstmals ist es Kitas in allen Bundesländern möglich, sich für ihr Engagement in der Umsetzung von Themen des globalen Lernens und dem fairen Handel auszeichnen zu lassen. „Faire Kitas“ sind Orte gelebter Solidarität und Vorreiter in der Bildung für nachhaltige Entwicklung für Kinder in der Bundesrepublik Deutschland.

www.faire-kita-nrw.de

www.bne-portal.de/de/akteure/profil/fairekita-nrw

 

Mit freundlichen Grüßen

 

J.Caniceus

 

Bild: Jeyaratnam Caniceus

Bildquelle: ÖDP NRW EIN


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