13.04.2017

Zwischen Idealismus und Realismus

Mehr Schutz Heranwachsender vor dem Rauchen!

(Wetter) - Der Stammtisch des Kreisverbandes Ruhr-Mitte der Ökologisch-demokratischen Partei (ÖDP) in der Villa Bönnhoff in Wetter an der Ruhr stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Landtagswahlkampfes.

„Wir hatten auf dem Landesparteitag der ÖDP die Chance, selbst das Landesprogramm für NRW mitzugestalten und konnten eigene Vorschläge einbringen“, so Christopher Lang, Kreisvorsitzenderder ÖDP Ruhr-Mitte. Ein Antrag zum Nichtraucherschutz fand Eingang ins Wahlprogramm der ÖDP Nordrhein-Westfalen: Dieser fordert stärkere Gesetze zum Schutze Heranwachsender. „Das Rauchen im PKW mit kleinen Kindern darf nicht länger toleriert werden.“ so Lang. Länder wie England, Wales und Schottland seien bereits positive Beispiele für einen eben solche gesetzliche Regelung.

Seit dem erfolgreichen Volksbegehren in Bayern ist die ÖDP eng mit dem Nichtraucherschutz verknüpft. „Das bringt auch viel Gegenwind mit sich,“ so Christina Flora Aldenhoven, Mitglied des Landesvorstands der ÖDP NRW und Bundestagskandidatin auf Platz 3. der Landesliste ihrer Partei. Für die ÖDP überwiegen die gesundheitlichen Aspekte: „Gerade Kinder, welche sich nicht selbst verteidigen können, müssen vor Passivrauchen auf engstem Raum geschützt werden. Vielen Rauchern ist die Gefahr und Penetranz des Zigarettenrauchs gar nicht bewusst. Ich weiß das so genau, da ich selbst trauriger Weise jahrelang Raucherin war.“ so Aldenhoven.

„Gesundheit“ und „Umwelt“ sind die großen Themen, die die ÖDP-Mitglieder bewegt, aber auch Begriffe wie „Postwachstumsökonomie“ und „Gemeinwohl“ spielten in der Diskussion eine zentrale Rolle. Kreisvorstandsmitglied Ulrich Mönkemöller sieht dies jedoch auch kritisch: „Damit können wir kaum Wählerstimmen gewinnen. Aber es ist unabdingbar, dass sich die Konsumgesellschaft ihres Handelns bewusst wird. Aktuell will jeder nur immer höher, immer weiter. Ohne Rücksicht auf Verluste wird nur der eigene Wohlstand angestrebt.“ Es wolle kaum jemand einsehen, dass es so nicht weitergehen kann. Die ÖDP hat dies erkannt und macht es auch in ihrem Wahlkampfslogan deutlich: ‚Mensch vor Profit‘.

Dies bedeute auch, dass sich der Mensch weg vom ewigen Wachstum entwickeln muss. „Denn wenn Einer gewinnt, müssen Andere verlieren.“ Auf dieser Versammlung wurde eines deutlich: In der ÖDP sind nicht primär Politiker anzutreffen, sondern Menschen mit Idealen, die ein politisches Engagement für wichtig erachten. Besonders die im Parteiprogramm verankerte strikte Ablehnung der Annahme von Firmenspenden ist ein Alleinstellungsmerkmal der ÖDP. Die Mitglieder des Kreisverbands Ruhr-Mitte unterstützen dies geschlossen. Leider führe dies auch zu einigen strukturellen Verbesserungsmöglichkeiten. „Es ist eben einfach nicht viel Geld da.“, stellt Horst Peltz, der ÖDP-Schatzmeister, fest.

Trotzdem plant die ÖDP für dieses Jahr noch einiges. Flyer sollen verteilt werden und auch eine kostenlose Filmvorführung ist geplant: Eine Dokumentation zum Thema Umwelt und Klima. Christina Flora Aldenhoven, die Initiatorin dieses Projekts, meint hierzu: „Selbst wenn wir damit keine Wähler gewinnen würden, hätten wir trotzdem etwas Positives erreicht, indem wir die Zuschauer für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Aber ich denke auch, dass wir durch diese Aktion unsere Partei bekannter machen können, denn bisher ist die ÖDP in NRW leider den Wenigsten ein Begriff.“


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