10.05.2017

100 Prozent Erneuerbare Energien für abgasfreie Städte. So gelingt’s!

Vortrag MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner zu erneuerbaren Energien

(Lüdenscheid) - Trotz Energiewende trägt Stein- und Braunkohle heute immer noch zu knapp einem Viertel zum Primärenergieverbrauch in Deutschland bei. Der Anteil der Kernenergie betrug 2016 knapp sieben Prozent. Um die Risiken und Gesundheitsschäden der Energiegewinnung zu minimieren muss die Energieversorgung auf 100% erneuerbare Energien umgestellt werden. Der Europaabgeordnete Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) zeigte in Lüdenscheid den Weg zu einer 100%igen Energieversorgung durch Erneuerbare Energien auf.

Auch wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 1,3 Prozent im Jahr 1990 auf 12,6 Prozent im Jahr 2016 angestiegen ist, bliebe immer noch sehr viel zu tun, um Deutschland komplett auf grünen Strom umzustellen, so Buchner. „Dabei stellt jeder Tag, den die Umstellung dauert, ein Risiko für die Bevölkerung dar.“

Der Europa-Abgeordnete zeigte Beispiele von schweren Störfällen in deutschen Atomkraftwerken auf, bei denen nur durch Glück ein Super-GAU verhindert werden konnte. Aber auch ohne Unfälle bergen AKWs erheblich Risiken. „Kinder unter fünf Jahren, die in einem Fünf-Kilometer-Radius um deutsche Atomkraftwerke wohnen, erkranken um 53 Prozent häufiger an Krebs als in vergleichbaren Gebieten“, so Prof. Buchner.

„Die Stromproduktion aus Kohle feuert aufgrund von CO2-Emissionen den Klimawandel an, darüber hinaus werden durch den Braunkohle-Tagebau große Gebiete verwüstet.“ führte der Europaabgeordnete weiter aus.

„Um Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung und Radioaktivität zu vermeiden, brauchen wir die Energiewende“, so Prof. Buchner. Dabei werden und wurden Kohle- und Atomindustrie hoch subventioniert.

„Die Sonneneinstrahlung auf einer Fläche von 750 mal 750 Kilometer reicht aus, um den Energiebedarf der gesamten Erde zu decken“, erklärte der ÖDP-Politiker. Darüber hinaus stelle auch die Einsparung von Energie einen wichtigen Bestandteil der Energiewende dar.

Falls die Sonne nicht scheine und der Wind nicht wehe, könne die Energie gespeichert werden, damit sie zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht wird. Als Beispiele nannte Prof. Buchner Pump- und Wärmespeicher in Privathaushalten sowie Stromspeicher (Batterien). Sehr vielversprechend sei die Entwicklung im Bereich der chemischen Speicher, die es ermöglichten, Energie in großen Mengen zu speichern. Wasserstoff und Methan spielten hierbei eine wichtige Rolle.

„Für den Autoverkehr sind Wasserstoff und Brennstoffzellen eine gute Alternative zum Benzin- oder Dieselmotor“, so der Referent. Damit erreiche man deutlich höhere Reichweiten als mit batteriebetriebenen Elektroautos. In Belgien wird gerade ein Tankstellennetz für Wasserstoff aufgebaut.

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Über den Referenten:

Prof. Buchner ist der einzige Kernphysiker im Europäischen Parlament und beschäftigt sich seit Langem mit allen Fragen rund um das Thema Energie. Von 2003 bis 2010 war er Bundesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Bei der Europawahl im Mai 2014 wurde der Münchener ins Europäische Parlament gewählt. Er ist dort Mitglied der Fraktion Grüne/Europäische Freie Allianz.


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