14.12.2016

Kampf gegen multiresistente Keime ist eine bedeutende Aufgabe für die Allgemeinheit

Weltweit 700.000 Tote - in Deutschland gehen die Prognosen auf 40.000 Tote jährlich

Quelle br.de

Düsseldorf/Neuss 14.12.16 Die Todesrate durch multiresistente Keime wird bald höher liegen als die durch Krebserkrankungen, so eine Studie der Berliner Charité.

Hauptursache hierfür sei der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Heute bekommen bereits weitaus mehr gesunde Tiere Antibiotika als kranke Menschen. Aber auch ein verantwortungsloser Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin und mangelnde Hygiene im Medizinbereich sind hierfür verantwortlich.

Die Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) der Region Düsseldorf und Niederrhein beschäftigte sich in Neuss mit den Folgen der Ausbreitung multiresistenter Keime und den erforderlichen Gegenmaßnahmen.

1928 entdeckte Fleming das Antibiotika, 100 Jahre später scheint diese Waffe gegen Infektionskrankheiten wirkungslos zu werden. Es besteht die Gefahr, dass die Menschheit in ein „post-antibiotisches Zeitalter“ eintritt, in dem bereits kleine Infektionen wieder tödlich sein können.

Antibiotika können Leben retten!

Daher sind diese so verantwortlich einzusetzen, dass ihre Wirksamkeit für den Menschen erhalten bleibt. Reserve-Antibiotika sind Antibiotika, die dann zum Einsatz kommen, wenn die üblichen Antibiotika nicht mehr wirken. Für die ÖDP ist es ein ausgemachter Skandal, wenn ausgerechnet diese „Reserve-Antibiotika“ in der Massentierhaltung eingesetzt und auch an gesunde Tiere verfüttert werden. Durch diesen Antibiotikaeinsatz entstehen multiresistente Keime, gegen die dann keine Antibiotikabehandlung mehr hilft. Diese Keime verbreiten sich auf unterschiedlichen Wegen. So tragen nach neueren Untersuchungen etwa 10 % der ins Krankenhaus eingewiesene Patienten multiresistente Erreger in sich. Einmal im Krankenhaus, sind Patienten mit geschwächter Immunabwehr Opfer dieser Infektionen.

Die ÖDP schlägt ein Bündel von Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor diesen Killerkeimen vor:

In der Humanmedizin sollten Antibiotika nur indikationsgerecht für bakterielle Erkrankungen verordnet werden. Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Auch ist die Patientenaufklärung zu verstärken, um eigenmächtige Abbrüche von Antibiotikabehandlungen zu vermeiden, die dann wieder zum Entstehen von Killerkeimen führen.

Reserveantibiotika gehören nach Auffassung der ÖDP nicht in die Tierhaltung. In der Veterinärmedizin sollten nur speziell für Tiere zugelassene Antibiotika eingesetzt werden, alle anderen sind den Menschen vorbehalten.

Besonders bedenklich ist für die ÖDP der Einsatz von antibiotikaresistenten Zellen in der Gen-Technologie. Diese Zellen, die in Pflanzen eingesetzt werden, können sich auf Bakterien übertragen und machen diese antibiotikaresistent. Verstärkte Anstrengungen sind nach Meinung der ÖDP in der Hygiene im Gesundheitsbereich erforderlich. Nach seriösen Schätzungen sterben in Deutschland zwischen 5.000 und 10.000 Menschen an Infektionen, die durch Hygienemaßnahmen vermeidbar gewesen wären.

Das Kostenargument darf bei diesem tausendfachen Leiden und Sterben nach Meinung der ÖDP keine Rolle spielen. Vielmehr ist die Politik gefordert, hier strenge und der Gefährdung durch Killerkeime angemessene Rahmenbedingungen zu setzen.