05.04.2005

Quellen und Ursachen der Feinstaubbelastung

In hochbelasteten Innenstadtstraßen stammen 50 Prozent der Belastung aus Dieselmotoren. Im Straßenverkehr ist der Feinstaub in Dieselabgasen enthalten, entsteht aber auch durch aufgewirbelte Rückstände von Autoreifen, Bremsbelegen und Rollsplit. Der Feinstaub hat sich auf unseren Straßen abgelagert und wird durch den Verkehr wieder aufgewirbelt. Hinzu kommt der Abrieb von Reifen und Bremsbelägen.

Zwei Drittel aller Rußpartikel werden zur Zeit in Deutschland von Lkws emittiert. Lkws und auch Baumaschinen sollten mit Partikelfilter ausgerüstet werden.

Bei Bussen ist das Dieselrußfiltersystem erfolgreich erprobt worden. Vorreiter waren die Städte Wiesbaden, Münster und Paderborn. Sie sind vorbildlich für schadstoffarme Busse im öffentlichen Verkehr. Auch in Berlin fahren bereits über 70 Prozent der Busse im öffentlichen Verkehr mit Filter – problemlos. Erdgas-betriebene Busse verursachen weit geringere Belastungen.

Zusammen mit den Heizungen steigert die Industrie den Feinstaub-Anteil in der Luft um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter. Durch den Einsatz moderner Filtertechnik ist der Feinstaub-Ausstoß der Industrieschornsteine deutlich zurückgegangen. Der feine Staub ist unter anderem in Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen, aber auch bei der Eisen- und Stahlherstellung ungewolltes Nebenprodukt.

Je nach Wetterlage rieselt ein Teil des Feinstaubs von oben herab: Wolken bringen den Schmutz aus entfernten Regionen und erhöhen den Feinstaub-Anteil in der Luft um bis zu 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die mit rund 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in dieser Woche über weite Teile des Bundesgebiets gemessenen Konzentrationen haben ihren Ursprung meist 100 bis 1000 Kilometer entfernt in den Industrieregionen Osteuropas, wo heute die Rauchgasfilterung längst nicht den bundesdeutschen Standard erreicht hat. Über die Atmosphäre werden je nach Wetterlage diese festen und flüssigen Partikel, Bestandteile sogenannter Aerosole, zu uns transportiert.

Bis zu 100 Mikrogramm Feinstaub sind in einem Kubikmeter Luft in Innenräumen. Den höchsten Belastungen sind die Menschen in verrauchten Wohnungen und Kneipen ausgesetzt. Die Luft, die jemand beim Rauchen einatmet, bringt es auf den Feinstaub-Rekordanteil von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Toner von Laserdruckern und Kopierern, Ausdünstungen von Kunststoffen oder rußende Kerzen und ungefilterte Staubsauger können die Feinstaubkonzentrationen spürbar in die Höhe treiben.

 


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