20.07.2017

Tihange und Doel sofort stilllegen!

Unterlagen aus der Bauphase verschwunden

(Düsseldorf/Münster) – Die AKWs Tihange und Doel in Belgien müssen sofort stillgelegt werden.“ So der Landesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen, Benjamin Jäger. In der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage hat die Bundesregierung eingeräumt, dass Unterlagen über den Ursprungszustand der im Reaktordruckbehälter verbauten Stähle verschwunden sind.

In den AKWs Tihange und Doel wurden tausende von Rissen im Reaktordruckbehälter festgestellt. Zur Herkunft dieser Risse gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Es besteht der Verdacht, dass diese bereits im Stahl des Reaktordruckbehälters vorhanden waren, bevor dieser verbaut wurde. Damit hätten beide AKWs erst gar nicht in Betrieb genommen werden dürfen.
Derartige Unterlagen sind Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Liegen diese nicht mehr vor, wäre auch die Betriebsgenehmigung der beiden AKWs hinfällig.

Für die ÖDP NRW ist das Verschwinden dieser Unterlagen mehr als merkwürdig. Genehmigungsunterlagen werden nicht nur an einem Ort aufbewahrt. Es wäre schon ein völlig unwahrscheinlicher Zufall, wenn die gleichen Unterlagen an mehreren Stellen verloren gegangen wäre. Die ÖDP verlangt hier umgehende Aufklärung über dieses Verschwinden.

Die ÖDP fordert die Bundesregierung auf, die Exportgenehmigungen für Atombrennstoffe an diese belgischen AKWs sofort zurückzunehmen. AKWs, bei denen Planungs- und Bauunterlagen auf solch merkwürdige Art und Weise verschwinden, stellen nach Meinung der ÖDP eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland dar. Daher dürfen derartige Atom-Exporte nach Atomgesetz nicht erfolgen. Bereits gelieferte Brennstäbe sind zurückzurufen.


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