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Kinder leiden unter den Folgen der Corona-Krise

Schäden aus den Schulschließungen sind entschieden zu bekämpfen - Auch Menschen in Berufsausbildung und Studierende dürfen nicht vergessen werden

(Recklinghausen) - Die Bundesregierung hat vor einigen Tagen ein „Aufholprogramm“ für Kinder und Jugendliche in Höhe von 2 Milliarden für zwei Jahre beschlossen. „Das hört sich erst mal viel an.“ So die Bundestagskandidatin der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP) Rita Nowak aus Recklinghausen. „Umgerechnet sind das bei ca. 14 Millionen Kindern zwischen 0 und 17 Jahren auf zwei Jahren verteilt gerade mal 70 Euro pro Kind.“ Dies berücksichtige auch nicht die psychischen und sozialen Probleme, die durch die unnötig, weil nicht konsequent bekämpfte - verlängerte Pandemie auf über ein Jahr bei einer Vielzahl der Kinder entstanden sind. Nowak hält eine Forderung nach sehr kleinen Klassen mit maximal 10 Schüler/innen für dringend erforderlich, um die entstandenen Lern-Lücken zu schließen, weiteren Gesundheitsschutz zu gewährleisten und auch soziale Defizite zu kompensieren.

Hierzu muss nach Meinung von Nowak auch die schulpsychologischen Beratungsstellen massiv ausgebaut und die Jugendämter personell erheblich verstärkt werden. Beide Institutionen seien heute schon überbelastet. Inzwischen belegen viele Studien die Auswirkungen der verfehlten Pandemiebekämpfung die auf unsere Kinder. So kommt selbst ein Gutachten von BDA und BDI zum Ergebnis, dass durch die Schulschließungen ein Lernverlust in der Größenordnung von 20 Pisa-Punkten geführt haben. Dieselbe Studie kommt zum Schluss, dass besonders Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten und mit Migrationshintergrund zu den Leidtragenden der verfehlten Schulschließungspolitik gehören.

Nowak fordert entschiedene Maßnahmen zur Schließung dieser Lücke, insbesondere bei den besonders benachteiligten Gruppen. „70 € pro Kind sind entschieden zu wenig!“

Auch bei den Studierenden sind mit deutlichen Lern- und Studienrückständen zu rechnen. Die Folge der Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise führt verstärkt zu Studienabbrechern und zu einer Reduktion der Zahl der Studien-Ausländer. So ist beispielsweise zum Sommersemester 2020 die Anzahl der Bildungsausländer, die in Deutschland ihr Studium aufnahmen, gegenüber dem Sommersemester 2019 um 29 Prozent gesunken. Auch im Bereich der Ausbildung ist die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich gesunken.

 

Neben den Aktivitäten im Schulbereich sind somit zusätzliche Anstrengungen im Studien- und Berufsausbildungsbereich erforderlich, so Nowak.

 

(Bildquelle: Pixabay_weisanjiang)

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