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Wir reißen das Klimaziel!

Prognosen der Erderwärmung sind beängstigend - Auch NRW muss endlich angemessen handeln

(Düsseldorf/Münster) - „Es ist 10 nach Zwölf“ so der Landesvorstand der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen zur Lage bei der Begrenzung der Erderwärmung. Wenn nicht kurzfristig beherzt gehandelt wird, ist die Erderwärmung nicht mehr auf 1,5 Grad zu senken – mit allen Konsequenzen. Auch NRW muss endlich mehr tun und einen der Ernst der Lage angemessenen Beitrag zu einer Null-Emissions-Politik leisten.

„Die Zeiten des Zögerns und Zauderns müssen vorbei sein“, so die ÖDP NRW. Nach den jüngsten „Climate Action Tracker (CAT)“ ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, deutlich verfehlt wird. Derzeit liegt die Erderwärmung bei 1,2 Grad, also kurz vor der kritischen Schwelle. Der CAT führt 3 Szenarien auf.

Nach dem „Current Policies“ Szenario wird sich die Erde bis 2100 um 2,9 Grad erwärmen. Die Prognosezahl hat eine Schwankungsbreite zwischen 3,9 Grad im schlimmsten und 2,1 Grad im günstigsten Falle.

Werden alle derzeit gemachten Ankündigungen in ein Szenario eingerechnet, wird sich die Erde bis 2100 immer noch um 2,4 Grad erwärmen, wobei die Schwankungsbreite der Prognose zwischen 3,0 Grad im schlechtesten und 1,9 Grad im besten Falle liegt.

Auch in einem optimistischen Szenario wird das 1,5 Grad Ziel gerissen: Hier wird eine Erderwärmung um 2,0 Grad bis 2100 erwartet, mit einer Schwankungsbreite zwischen 2,6 und 1,6 Grad.

Das Erschreckende an diesen Prognosen ist, dass in keinem Falle die kritische 1,5 Grad Schwelle gehalten wird. Dies wäre jedoch überaus wichtig. Steigt die Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad, so wird der sogenannte „Point-of-no-return“ überschritten. Das bedeutet, dass die Erderwärmung unumkehrbar wird. Der Erwärmungsprozess wird dann selbstverstärkend und die Klimakatastrophe ist nicht mehr verhinderbar. Etwas CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, führt dann nicht mehr zu einer Senkung der Erwärmung unter 1,5 Grad. Daher ist es für die Menschheit von existenzieller Bedeutung, die Erderwärmung nicht über 1,5 Grad ansteigen zu lassen.

Um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, müssten nach den Erkenntnissen auf Basis des Climate Action Trackers bis 2030 alle globalen Emissionen halbiert werden.

Auch für Nordrhein-Westfalen haben diese Szenarien wichtige Auswirkungen. Die Zeit der Kompromisse in der Klimapolitik muss endgültig vorbei sein. Deutschland ist weltweit der größte CO2-Emittent aus der Braunkohleverstromung. Es ist eben nicht mehr viele Jahre Zeit für einen Ausstieg aus der Braunkohle, dieser muss jetzt erfolgen. NRW muss umgehend alle Maßnahmen ergreifen, um auf dem schnellstmöglichen Wege zu einem Null-Emissions-Land zu werden. Die Zeit drängt!

 

(Bildquelle: Pixabay_Geralt)

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