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Pressemitteilung

Rendite statt Zukunft: NRW macht Wohnen für Studierende und Azubis unbezahlbar!

Die ÖDP Nordrhein-Westfalen warnt angesichts der weiter steigenden Wohnkosten für Studierende und Auszubildende vor einer sozialen Schieflage im Land. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass selbst einfache WG Zimmer inzwischen durchschnittlich über 500 Euro im Monat kosten, in vielen Städten Nordrhein-Westfalens deutlich mehr. Gleichzeitig bleiben staatliche Unterstützungsleistungen weit hinter der Realität zurück.

Für die ÖDP ist klar: Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern die Folge einer verfehlten Landespolitik, die den Wohnungsmarkt über Jahre hinweg weitgehend sich selbst überlassen hat.

„Die Landesregierung hat die Zuspitzung der Lage viel zu lange hingenommen und sich darauf verlassen, dass der Markt es schon richten wird“, erklärt Jens Geibel, Landesvorsitzender der ÖDP Nordrhein-Westfalen. „Doch der Markt schafft keinen bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung oder Studium. Er schafft Rendite.“

Besonders kritisch ist die Situation für Auszubildende in Nordrhein-Westfalen. Viele Ausbildungsplätze befinden sich in Ballungsräumen, in denen die Mieten besonders hoch sind. Gleichzeitig verlangt das System räumliche Flexibilität, ohne die notwendige Unterstützung verlässlich bereitzustellen. Förderinstrumente wie die Berufsausbildungsbeihilfe greifen nur unter engen Voraussetzungen. Wer diese nicht erfüllt, bleibt oft ohne jede Hilfe, obwohl die Ausbildungsvergütung in vielen Fällen nicht einmal die Wohnkosten deckt.

Auch Studierende stehen in NRW zunehmend unter Druck. Steigende Mieten treffen auf unzureichende Förderleistungen. Viele sind gezwungen, neben dem Studium in erheblichem Umfang zu arbeiten, um ihre Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Das beeinträchtigt nicht nur den Studienerfolg, sondern verschärft auch soziale Ungleichheiten.

„Wir erleben in Nordrhein-Westfalen eine schleichende soziale Auslese“, so Geibel weiter. „Wer finanziell abgesichert ist, kann sich auf Bildung konzentrieren. Wer es nicht ist, muss kämpfen oder gibt im schlimmsten Fall auf. Das darf ein Bundesland wie NRW nicht akzeptieren.“

Die ÖDP sieht die Ursachen auch in politischen Versäumnissen auf Landesebene. Der jahrelange Verkauf kommunaler Wohnungsbestände und die unzureichende Förderung gemeinwohlorientierten Wohnungsbaus hätten dazu geführt, dass öffentliche Steuerungsmöglichkeiten massiv geschwächt wurden. Gleichzeitig fehle es bis heute an einer konsequenten Strategie, um bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen gezielt zu schaffen.

Die ÖDP Nordrhein-Westfalen fordert daher einen klaren politischen Kurswechsel. Das Land müsse Kommunen aktiv dabei unterstützen, wieder eigenen Wohnraum aufzubauen und langfristig zu sichern. Landesprogramme für studentisches und azubifreundliches Wohnen müssten deutlich ausgebaut und konsequent auf Bezahlbarkeit ausgerichtet werden.

Darüber hinaus fordert die Partei, bestehende Förderinstrumente besser aufeinander abzustimmen und bürokratische Hürden abzubauen. Kein junger Mensch dürfe in Nordrhein-Westfalen an einer Ausbildung oder einem Studium scheitern, nur weil er sich die Miete nicht leisten kann.

„Unsere Vision für NRW ist eindeutig“, betont Geibel. „Wohnen muss wieder als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden werden. Das Land darf sich nicht länger aus der Verantwortung ziehen. Bildung und Ausbildung müssen unabhängig vom Einkommen der Eltern möglich sein. Dafür braucht es politischen Mut und einen klaren Bruch mit der bisherigen Praxis.“

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